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Kreativität: Kreativ denken - die sieben besten Strategien

Unkonventionelle Ideen sind in fast allen Jobs gefragt. Doch oft bleibt der erhellende Geistesblitz gerade dann aus, wenn wir ihn am dringendsten brauchen. Wir zeigen Ihnen, mit welchen Strategien Sie Ihrem Einfallsreichtum auf die Sprünge helfen - und welche Sie besser wieder vergessen.
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1. Den einen Weg gibt es nicht!

Viele Menschen verbinden mit dem Begriff ­"Kreativität" große Einfälle, die wie aus dem Nichts kommen. Das ist jedoch nur bedingt richtig. Kreativität bezeichnet zunächst einmal ganz allgemein die Fähigkeit eines Menschen, schöpferisch aktiv zu werden. Und tatsächlich: Manchmal fühlt sich unser Kopf völlig leer an, wir sitzen vor einem kniffeligen Problem und wissen nicht, wie wir es am besten lösen können. In diesem Fall brauchen wir eine zündende Idee, einen Geis­tesblitz!

Doch Kreativsein besteht nicht nur aus ­spontanen Einfällen. Während es in manchen Situa­tionen gut ist, sich abzulenken, oder bei einem Problem mal eine Nacht drüber zu schlafen, entstehen an anderer Stelle bahnbrechende Schöpfungen durch Konzentration, Disziplin und Durchhaltevermögen.

Psychologen unterscheiden hier zwei unterschiedliche Denkprozesse: Beim "divergenten Denken" überlegen wir uns möglichst viele verschiedene Lösungen für ein Problem und verwerfen sie schnell wieder, wenn sie uns nicht weiterbringen. Es ist unsystematisch und setzt da an, wo uns Logik nicht mehr weiterbringt. So ereilen uns unerwartete Gedanken und Geis­tesblitze – manchmal auch in ungewöhnlichen Situationen wie unter der heißen Dusche oder morgens im Halbschlaf.

"Konvergentes Denken" ist dagegen streng rational und fußt auf Analyse und Aufmerksamkeit. Wir zerbrechen uns stundenlang den Kopf, gehen im Geiste immer und immer wieder alle wichtigen Informationen durch und feilen nach und nach an unseren Konzepten, bis sie schließlich perfekt sind.

Da Kreativität sich nach objektiven Kriterien nur schwer messen lässt, haben sich Psychologen in den vergangenen Jahrzehnten hauptsächlich auf das divergente Denken fokussiert. Sie ­untersuchten also den Moment der Einsicht, in dem uns plötzlich der rettende Gedanke kommt, wie wir ein Problem lösen können.

Vieles deutet inzwischen darauf hin, dass in der Realität allerdings sowohl divergentes als auch konvergentes Denken eine wichtige Rolle spielen, wenn es darum geht, neue Ideen zu entwickeln. Denn beginnen wir ab einem gewissen Punkt im Schaffensprozess nicht damit, unsere Einfälle systematisch weiterzuentwickeln, dann würden am Ende vermutlich alle guten Ideen im Sande verlaufen.

Wenn Sie also noch keinen blassen Schimmer haben, wie Sie Ihr Problem am besten angehen sollen, benötigen Sie vermutlich erst einmal einen Geistesblitz. Wie Sie diesem ein wenig auf die Sprünge helfen können, erfahren Sie auf den folgenden Seiten. Haben Sie allerdings bereits einen Ansatzpunkt und bekommen den Eindruck, dass Sie der Lösung nach und nach ein Stückchen näher kommen, dann bleiben Sie besser am Ball und entwickeln Ihre Idee Schritt für Schritt konzentriert weiter.

2. Bringen Sie sich in Stimmung!

Kommen Sie gerade völlig entspannt aus dem Urlaub? Oder geht es Ihnen schlecht, weil Sie Streit mit Ihrem besten Freund hatten? In den vergangenen Jahren konnten Wissenschaftler immer wieder Anhaltspunkte dafür finden, dass unsere Gemütslage sich entscheidend darauf auswirkt, welche Denkstrategie wir bevorzugen – und damit auch, wie es um unsere Kreativität bestellt ist ...

3. Betrachten Sie die Dinge anders!

4. Schlafen Sie einfach mal drüber!

5. Lenken Sie sich ab!

6. Vergessen Sie Brainstorming!

7. Es geht auch ohne Hilfsmittel!

8/2014

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 8/2014

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  • Quellen und Literaturtipps

Literaturtipp

Lehrer, J.: Imagine! Wie das kreative Gehirn funktioniert. C.H.Beck, München 2014
Der Neurowissenschaftler Jonah Lehrer bietet einen unterhaltsamen Überblick über die Kreativitätsforschung.


Quellen

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Ellwood, S. et al.: The Incubation Effect: Hatching a Solution? In: Creativity Research Journal 21, S. 6-14, 2009

McCaffrey, T.: Innovation Relies on the Obscure: A Key to Overcoming the Classic Problem of Functional Fixedness. In: Psychological Science 23, S. 215-218, 2012

Nemeth, C. J., Ormiston, M.: Creative Idea Generation: Harmony versus Stimulation. In: European Journal of Social Psychology 37, S. 524-535, 2007

Nemeth, C. J. et al.: The Liberating Role of Conflict in Group Creativity: A Study in Two Countries. In: European Journal of Social Psychology 34, S. 365-374, 2004

Oppezzo, M., Schwartz, D. L.: Give Your Ideas Some Legs: The Positive Effect of Walking on Creative Thinking. In: Journal of Experimental Psychology: Learning, Memory, and Cognition 40, S. 1142-1152, 2014

Ritter, S. M. et al.: Diversifying Experiences Enhance Cognitive Flexibility. In: Journal of Experimental Social Psychology 48, S. 961-964, 2012

Subramaniam, K. et al.: A Brain Mechanism for Facilitation of Insight by Positiv Affect. In: Journal of Cognitive Neuroscience 21, S. 415-432, 2008

Uzzi, B., Spiro, J.: Collaboration and Creativity: The Small World Problem. In: American Journal of Sociology 111, S. 447-504, 2005

Wagner, U. et al.: Sleep Inspires Insight. In: Nature 427, S. 352-355, 2004

Zabelina, D. L., Robinson, M. D.: Child's Play: Facilitating the Originality of Creative Output by a Priming Manipulation. In: Psychology of Aesthetics, Creativity, and the Arts 4, S. 57-65, 2010