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News: Die ESA verlängert ihre erfolgreichen Planetenmissionen

Drei Wissenschaftsmissionen der Europäischen Weltraumbehörde ESA können bis zum 31. Dezember 2009 weiter betrieben werden. Diesen Beschluss fasste das "Science Programme Committee" der ESA auf seiner Sitzung am 4. Februar. Verlängert werden die Flüge der Magnetosphärenmission Cluster, die aus vier Satelliten besteht und der Betrieb der beiden Planetensonden Mars Express und Venus Express.

Die vier Cluster-Satelliten wurden in den Jahren 2000 und 2001 paarweise gestartet und erkunden die vielfältigen Wechselwirkungen des irdischen Magnetfelds mit dem Sonnenwind in Abhängigkeit von der Aktivität unseres Tagesgestirns.
Die Magnetosphären-Mission Cluster | Seit dem Jahr 2001 erkunden die vier Satelliten des Cluster-Programms die irdische Magnetosphäre und ihre Wechselwirkungen mit dem Sonnenwind im Detail.


Die erste europäische Planetensonde, Mars Express, wurde im Juni 2003 gestartet und erreichte den Roten Planeten Weihnachten 2003. Seitdem hat die Sonde Tausende an faszinierenden Farbfotos von der Marsoberfläche zurückgesandt und lieferte mit Hilfe von Radar und anderen fernerkundlichen Instrumenten wichtige Informationen über die Eismassen an den Marspolen.

Zudem fanden sich auf den Bildern des abbildenden Infarotspektrometers OMEGA Hinweise auf langanhaltende Wechselwirkungen der Oberflächengesteine des Mars mit flüssigem Wasser.
Europas Marsspäher Mars Express | Seit mehr als fünf Jahren umrundet Mars Express den Roten Planeten und hat seitdem Tausende an faszinierenden Farbfotos und hochinteressante Messdaten zur Erde gefunkt.


Die Mission von Mars Expres wurde bereits zweimal verlängert, da die Raumsonde in einem technisch nach wie vor sehr guten Zustand ist. Die letzte Missionsverlängerung gewährleistete den Betrieb der Sonde bis Mai 2009.

Weiterhin im Blick behalten darf Venus Express den gleichnamigen Höllenplaneten. Seit April 2006 umkreist die Sonde unsere innere Nachbarwelt, die in ihren physikalischen und chemischen Parametern fast ein Zwilling der Erde ist. Venus Express konzentriert sich vor allem auf die Erkundung ihrer dichten und fast 500 Grad Celsius heißen Atmosphäre.
Venus Express erkundet die Schleier unserer Nachbarwelt | Venus Express wurde überwiegend aus Bauteilen ihrer Vorgängersonde Mars Express konstruiert. Seit April 2006 erkundet die Sonde die dichte Atmosphäre und die heiße Oberfläche der Venus.


Venus Express enthüllte ein sehr dynamisches Wettergeschehen und konnte die dichte Atmosphäre erstmals global und dreidimensional kartieren. So ließen sich die Zirkulation und Windverhältnisse in der Gashülle erstmalig im Detail untersuchen.

Auch ihre chemische Zusammensetzung ist nun wesentlich genauer bekannt und mit den Geräten von Venus Express ließ sich erstmals der Verlust von Wassermolekülen ins All nachweisen. Dies ist ein Grund dafür, warum die Venus heute so extrem trocken ist, obwohl sie nach ihrer Entstehung wohl über fast soviel Wasser verfügte wie die Erde. Durch die Ultraviolett-Strahlung der Sonne werden die Wassermoleküle aufgespalten und die dabei ionisierten Bruchstücke entweichen ins All, vor allem der sehr leichte Wasserstoff.

In schmalen Spektralfenstern im Infraroten ist die Venusatmosphäre transparent genug, um einen Blick durch die Wolkendecke hinunter auf die feste Oberfläche zu erlauben. Im sichtbaren Licht vereitelt die permanent geschlossene Wolkendecke des Planeten jegliche Erkundung der Venusoberfläche.

Bei der Infraroterkundung der Oberfläche halten die Wissenschaftler nach besonders heißen Flecken Ausschau, die auf Vulkane hinweisen könnten. Nach wie vor ist unklar, ob die Venus noch immer vulkanisch aktiv ist. Die Oberfläche ist auf jeden Fall praktisch auf dem gesamten Planeten von vulkanischen Strukturen wie riesigen Schildvulkanen, Lavaströmen und kleinen Aschekegeln geprägt. Bislang konnten die Forscher aber noch keinen "Hot Spot" ausfindig machen.

Mit den Missionverlängerungen kann die ESA ihren Datenschatz über unsere Nachbarplaneten und die irdische Magnetosphäre ohne große finanzielle Belastung erheblich vergrößern. Allerdings muss man damit rechnen, dass ein ernsthafter Defekt an den betreffenden Satelliten oder Raumsonden die jeweilige Erkundungsmissionen jederzeit abrupt beenden kann.

Tilmann Althaus

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