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Psychologie: Häufigkeit von Schizophrenie exakter erfasst

Schizophrenie tritt seltener in der Bevölkerung auf als bislang angenommen, berichten australische Wissenschaftler von der Universität von Queensland. John McGrath und seine Kollegen werteten die seit 1965 erschienene Fachliteratur systematisch aus und schätzen nun, dass unter eintausend Individuen sieben bis acht Personen mindestens einmal in ihrem Leben an Schizophrenie erkranken. Damit sei die immer wieder zitierte Zahl von einer unter einhundert Personen zu hoch gegriffen, so McGrath.

Die Mediziner sichteten beinahe 200 Studien aus 46 Ländern mit über 1700 Schätzungen zur Verbreitung der Krankheit. Sie ordneten die Daten nach Häufigkeit und Dauer des Auftretens schizophrener Schübe. Demnach sind kurze Krankheitsphasen von weniger als einem Monat zwar etwas häufiger als länger andauernde Phasen von einem bis zwölf Monaten, aber gerade die bei vielen Betroffenen besonders langwierigen Symptome zeigten sich in der Therapie als problematisch, merkt McGrath an. Insgesamt berichten 4 von 1000 Individuen, schon einmal an Schizophrenie gelitten zu haben. Das Risko, im Laufe des Lebens von Schizophrenie betroffen zu sein, wird mit 7,2 Fälle auf 1000 Individuen beziffert.

Die Schizophrenie-Häufigkeit unterscheide sich zwischen Männern und Frauen nicht wesentlich, korrigieren die Forscher eine andere verbreitete Ansicht. Auch die Erkrankungsrate bei städtischer und ländlicher Bevölkerung sei einander ähnlich. Dagegen sei auffällig, dass Schizophrenie in hoch entwickelten Staaten häufiger auftrete als in ärmeren Ländern. Innerhalb eines Landes wiederum wiesen Immigranten höhere Erkrankungsraten auf als die ansässige Bevölkerung.

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