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Megafauna: Aussterben förderte Großbrände

In den letzten Jahrtausenden verschwand weltweit die Megafauna. Mit dem Ende der großen Pflanzenfresser breiteten sich Feuer stark aus. Sie bekamen mehr Brennstoff.
Bison im Schnee

Während sich der Mensch über die Erde ausgebreitet hat, starben parallel zahlreiche Großtiere aus: von den Riesenfaultieren Südamerikas über die nordamerikanischen und europäischen Mammuts bis hin zu den großen Wombats und Kängurus Australiens. Die übrig gebliebene Megafauna wurde in ihrem Bestand drastisch reduziert. Das hatte natürlich Folgen für ihre Ökosysteme, wie Allison Karpp und ihr Team in »Science« schreiben: Parallel dazu nahm die Zahl und Ausdehnung von Feuern zu.

Die Arbeitsgruppe setzte dazu zwei große Datenbänke in Bezug zueinander: HerbiTraits sammelt Informationen über alle Pflanzenfresser, die mehr als zehn Kilogramm wiegen und während der letzten 130 000 Jahre gelebt haben. Die Global Paleofire Database wiederum erfasst Holzkohleablagerungen in den Sedimenten von 160 Seen weltweit. Aus ihnen kann man ableiten, wann sich das Feuerregime in der Umgebung wie stark im Lauf der Zeit verändert hat.

Das Ergebnis war recht eindeutig: Südamerika etwa hat seit der Besiedlung durch Menschen den größten Teil seiner Pflanzen fressenden Megafauna verloren, neben den Riesenfaultieren auch autogroße Gürteltiere oder Kamelartige. Dadurch nahm die Feueraktivität in der Region stark zu. In Afrika hingegen ist die Großtierfauna noch weitgehend intakt, wenngleich zahlenmäßig natürlich geschrumpft. Dadurch haben sich Brände nur geringfügig gemehrt. Allerdings gilt das lediglich für Gebiete, in denen Grasfresser dominieren. Für Ökosysteme wie Wälder, in denen Blattfresser leben und ausgestorben sind, fanden Karpp und Co keinen derartigen Zusammenhang.

In Savannen oder Steppen beseitigen große Pflanzenfresser wie Zebras oder Bisons enorme Mengen an Vegetation. Wenn sie fehlen, reichert sich Brennstoff in Form vertrockneter Gräser an: Feuer brennen intensiver und großflächiger. Die Studie lasse keinen Rückschluss darauf zu, wie sich dadurch die Vegetation veränderte, schreibt das Team. Andere Studien haben allerdings bereits nahegelegt, dass sich das Pflanzenkleid ebenfalls wandelt, etwa indem sich feuertolerante Arten ausbreiten.

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