Direkt zum Inhalt

Neurologie: Psychotische Störungen an Biomarkern erkennbar?

Die nicht immer einfach zu diagnostizierende "psychotische Störung", ein Sammelbegriff für eine Vielzahl verschiedener psychischer Ausnahmezustände mit unterschiedlichsten Symptomen, kann möglicherweise auch durch Untersuchungen der Hirnflüssigkeit von Betroffenen erkannt werden. Darauf deuten Erkenntnisse von Forschern der Universität Cambridge hin.

Das Wissenschaftlerteam um Sabine Bahr hat in seiner Studie die Proteinzusammensetzung der so genannten cerebrospinalen Flüssigkeit von 79 psychisch Kranken und 90 Gesunden verglichen. Dabei zeigten sich typische Eiweißmuster bei den Probanden mit unterschiedlichen zuvor eindeutig diagnostizierten psychotischen Störungen. Das Proteinmuster der Erkrankten wich erkennbar von der Gesunder sowie der anderweitig psychiatrisch oder seelisch Beeinträchtigter ab.

Zwei typische Merkmale – eine erhöhte Konzentration des Wachstumsfaktors VGF sowie niedrigere Mengen des Proteins Transerythrin – konnten die Forscher zudem in Hirnproben verstorbener Schizophrenie-Patienten bestätigen. Die Wissenschaftler hoffen damit Biomarker der Krankheit gefunden zu haben, die in Zukunft leichtere Diagnosen und ein besseres Verständnis molekularer Zusammenhänge der psychischen Erkrankungen erlauben.

Psychotische Störungen äußern sich unter anderem durch mehr oder weniger stark ausgeprägte Wahrnehmungsbeeinträchtigungen, Halluzinationen, gedanklichen Wahninhalten und schwankende Stimmungslagen sowie Antriebsveränderungen. Derartige Symptome kommen etwa bei Schizophrenie, bipolarer Störung oder psychotischer Depression, aber auch nach Drogenkonsum vor. (jo)

Schreiben Sie uns!

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

Partnerinhalte

Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalität von Spektrum.de zu erhalten.