Direkt zum Inhalt

Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Piper methysticum

Piper methysticum G. Forst.
(syn. Macropiper latifolium, M. methysticum, Piper inebrians); Rauschpfeffer (syn. Kawapfeffer).
Fam.: Piperaceae.
Vork.: heimisch auf Neuguinea, heute auf vielen pazifischen Inseln zwischen nördlichem und südlichem Wendekreis kultiviert.
Droge: Kava-Kava rhizoma (Piperis methystici rhizoma, Radix Kava-Kava, Rhizoma Kava-Kava, Rhizoma Kavae); Kavakavawurzelstock (syn. Kava-Kava-Rhizom, Rauschpfeffer), der in der Regel geschälte und zerschnittene, meist von den Wurzeln befreite, getrocknete Wurzelstock; vgl. Abbildung. Inh.: Kawalactone (ca. 5 %, Kawapyrone), u.a. mit Kavain (Kawain), Methysticin, Desmethoxyyangonin, Yangonin und weiteren Derivaten, Amide, wie Pyrrolidide, Chalcone, aromatische und aliphatische Säuren. Anw.: bei nervösen Angst-, Spannungs- und Unruhezuständen zur Sedierung. In der Volksheilkunde zur Beruhigung, als Stimulans und zur Schlafförderung sowie bei Asthma, Rheuma, zur Gewichtsreduktion, bei chronischer Zystitis und bei Geschlechtskrankheiten. Geg.: Schwangerschaft, Stillzeit, endogene Depressionen.
Hom.: Piper methysticum HAB; Rauschpfeffer, der getrocknete Wurzelstock mit anhängenden Wurzeln. Anw.-Geb.: Erkrankungen des Zentralnervensystems, des arteriellen Gefäßsystems, des Magen-Darm-Traktes, der Nieren und ableitenden Harnwege sowie der Haut.
Histor.: Die Droge dient seit langer Zeit den Ureinwohnern der Südseeinseln zur Bereitung des Kava-Getränks und spielt seit jeher im religiösen, politischen und gesellschaftlichen Leben eine große Rolle. Das Kava-Getränk, das eine Anästhesie der Zunge und Mundschleimhaut sowie ein reduziertes Geschmacksempfinden bewirkt, soll gleichzeitig Wohlbefinden, Friedfertigkeit und Entspannung induzieren, ohne das Bewußtsein und die Denkfähigkeit zu beeinträchtigen. Als erste Europäer berichten James Cook und Johann Georg Forster 1777 von der Droge und ihren Eigenschaften, seit 1820 wird sie therapeutisch genutzt, vornehmlich aber zunächst zur Therapie von Geschlechtskrankheiten. Heute ist die Droge ein wichtiges Phytotherapeutikum, das gern als Tranquilizer der Natur bezeichnet wird. Der lateinische Gattungsname Piper stellt eine Verstümmelung des Sanskritwortes pippali dar; methysticum entspricht dem griechischen methyskomai (sich berauschen). Die Bezeichnungen Kawa, Kava-Kava, Ava oder Yangona sind die Namen für den Rauschpfeffer bei den Eingeborenen Polynesiens.



Piper methysticum, Kava-Kava rhizoma, Kavakavawurzelstock

Lesermeinung

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

  • Die Autoren

Partnerinhalte