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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Satureja hortensis

Satureja hortensis L.
(syn. Clinopodium hortense, Satureja brachiata, S. laxiflora, S. officinarum, S. pachyphylla, S. viminea, Thymus cunila); Bohnenkraut (syn. Kölle, Pfefferkraut, Weinkraut).
Fam.: Lamiaceae (Labiatae).
Vork.: Mittelmeergebiete, angebaut in ganz Europa und in Südamerika.
Drogen: 1. Saturejae hortensis aetheroleum (syn. Oleum Saturejae); Bohnenkrautöl. Inh.: hoher Gehalt an Carvacrol (20-50 %) vgl. Formel und γ-Terpinen (10-40 %), begleitet von p-Cymen, Caryophyllen, Myrcen und anderen Mono- sowie Sesquiterpenen. Anw.: zur Parfümierung von Seifen, Waschmitteln, Cremes und Lotionen sowie als Aromakomponente in Parfüms. Auch in der Lebensmittelindustrie wird die Droge als Aroma für Backwaren und zum Würzen eingesetzt. 2. Saturejae herba (syn. Herba Saturejae); Bohnenkraut (syn. Gartenquendel, Wurstkraut). Inh.: äther. Öl (0,3-1,5 %) (Zusammensetzung s. Saturejae hortensis aetheroleum); Gerbstoffe, v.a. Rosmarinsäure; Chlorogensäure, Kaffeesäure und andere Phenolcarbonsäuren; β-Sitosterol. Anw.: in der Volksheilkunde gegen Durchfall, bei Befindlichkeitsstörungen des Magen-Darm-Traktes, als blähungstreibendes Mittel bei Verdauungsstörungen, bei Nieren- und Leberleiden, Gallenbeschwerden, bei Menstruationsbeschwerden, zum Schleimlösen bei Erkältungen sowie gegen Würmer. Äußerlich wird die Droge zu Spülungen bei Schleimhautentzündungen verwendet. Im Haushalt ist Bohnenkraut ein beliebtes Gewürz und wird häufig in der Wurstfabrikation eingesetzt.
Histor.: Der Gattungsname Satureja leitet sich vom lateinischen saturare (sättigen) ab, da die Pflanze bei den Römern als Nahrung diente; hortensis (lat.) bedeutet im Garten wachsend. Die dt. Bezeichnung Bohnenkraut weist auf seine Verwendung zum Würzen von Bohnen hin. In Mitteleuropa wurde die Pflanze bereits seit dem 9. Jh. kultiviert und war besonders in Klostergärten, wo sie als Gemüse- und Heilpflanze gezogen wurde, anzutreffen. Die Kräuterbücher des Mittelalters erwähnen bes. die verdauungsfördernden Wirkungen sowie expektorierende Eigenschaften.



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