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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Wachse

Wachse
Sammelbezeichnung für wasserunlösliche, bei Raumtemperatur feste, in der Wärme plastisch verformbare Stoffgemische. Die natürlichen W. sind lipophile Ester aus langkettigen Wachsalkoholen oder Sterolen mit langkettigen, geradzahligen Säuren. Mitunter wird diese Definition nicht exakt eingehalten, wie z.B. beim Japanwachs. Cera japonica (Japanwachs, durch Auspressung der Früchte verschiedener Rhus-Arten gewonnene Masse) wird zwar als Wachs bezeichnet, ist aber chemisch betrachtet ein Fett. Pflanzliche W. sind Ausscheidungsprodukte der Epidermis, die in die Cuticula ein- oder ihr aufgelagert werden. Viele Blätter, Früchte und Sprosse tragen Wachsüberzüge, die vor Verdunstung sowie Befall durch Mikroorganismen schützen, wie z.B. Carnaubawachs (Copernicia prunifera). Tierische W. treten als Schutzschicht auf der Haut, den Federn und dem Außenskelett von Insekten auf. Bei Säugetieren werden sie in den Talgdrüsen gebildet, bei Vögeln in der Burzeldrüse. Marine Organismen nutzen W. als Reservestoffe bzw. zur Regulation des Auftriebs. Tierische W. sind z.B. Bienenwachs (Cera flava; Apis mellifera), Schellack (Kerria lacca), Chinesisches Wachs (syn. Cera chinensis, von der Schildlaus Coccus ceriferus auf der Chinesischen Esche ausgeschiedene Masse), Wollwachs (Ovis aries) oder Walrat (Cetaceum; Physeter macrocephalus). Mineralische W. sind ein Gemisch höherer Paraffine und kommen z.B. im Bitumen vor. Pharmazeutisch häufig genutzte W. sind u.a. Carnaubawachs Cera Copernicia (syn. Cera Carnaubae, C. Palmarum, Copernicia prunifera), Cera alba, Cera flava; Gelbes Wachs (syn. Bienenwachs, Apis mellifera) und Cera Lanae (Ovis aries).

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