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Lexikon der Mathematik: Nomographie

Teilgebiet der Mathematik, das sich mit der graphischen Darstellung funktionaler Zusammenhänge zwischen mehreren Veränderlichen befaßt.

Dazu gehören die theoretischen Grundlagen und die praktische Herstellung und Gestaltung von Nomogrammen. In einem Nomogramm können zusammengehörige Werte der beteiligten Veränderlichen, die z. B. einer Gleichung F(u, v, w) = 0 genügen, nach einer festgelegten Ablesevorschrift mit einer bestimmten Genauigkeit abgelesen werden. Nomogramme sind vor allem in den Ingenieurwissenschaften und im Produktionsprozeß für häufig wiederkehrende Berechnungen angewandt worden. Für Zusammenhänge zwischen zwei Veränderlichen werden Funktionsleitern oder Doppelleitern oder graphische Darstellungen auf Funktionspapier (z. B. auf Millimeterpapier oder logarithmischem Papier) benutzt. Netztafeln und Fluchtlinientafeln dienen als Nomogramme für funktionale Zusammenhänge zwischen drei Veränderlichen. Bei der Netztafel müssen sich die Kurven für die zusammengehörigen Werte der Veränderlichen in einem Punkt schneiden, bei der Fluchtlinientafel liegen die Werte auf der sie verbindenden Fluchtgeraden. Für Zusammenhänge zwischen mehr als drei Variablen werden aus Teilnomogrammen für je zwei Veränderliche und eine Hilfsvariable zusammengesetzte Nomogramme benutzt.

Rechenstäbe, Rechenscheiben und Rechenwalzen sind orientierte Funktionsleitern und gehören damit ebenfalls zu den nomographischen Elementen. Die Genauigkeit eines Nomogrammes hängt von der Wahl der Größe der Zeicheneinheit ab.

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  • Die Autoren
- Prof. Dr. Guido Walz

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