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Sonnensystem: Kometenstaub unter der Lupe

Die Mission der Kometensonde Rosetta ist beendet, doch für die Auswertung der Daten werden Wissenschaftler noch Jahre brauchen. Mehrere Bordinstrumente sammelten Staubteilchen ein, die vom Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko entwichen. So winzig diese Partikel auch sind: Sie geben Auskunft darüber, wie in der Anfangszeit des Sonnensystems die Planeten und andere Himmelskörper entstanden.
Der Komet Tschuri wird von einem hellen Licht angestrahlt, das er stark reflektiert.

"Wir alle sind aus Sternenstaub" singt die Popgruppe "Ich + Ich" in ihrem Lied "Vom selben Stern". In dieser poetischen Zeile liegt viel Wahrheit. Denn Wissenschaftler haben schon vor Langem bestätigt, dass unser Sonnensystem aus den Überresten früherer Sterne besteht. Wie genau aber aus dem Gas- und Staubgemisch einstiger Sterne unsere Planeten und Monde entstanden sind, ist noch nicht genügend verstanden.

Nähere Erkenntnisse verspricht die Untersuchung von Material, das seit Anbeginn unseres Sonnensystems nahezu unverändert geblieben ist. Dies war einer der Gründe, weswegen die Europäische Weltraumorganisation ESA eine Mission zu einem Kometen entworfen hat. Aufsehen erregen solche Himmelskörper stets dann, wenn sie in Sonnennähe kommen und dabei mehr oder weniger spektakuläre Schweife entwickeln, die unter günstigen Bedingungen sogar mit bloßem Auge sichtbar sind. Die meiste Zeit über ziehen Kometen aber sehr unauffällig durch die äußeren Bezirke des Sonnensystems. In diesen fernen, kalten Regionen sind sie einst entstanden. Vermutlich gibt es dort ein riesiges Reservoir von kilo­me­ter­großen Brocken aus Eis und Staub, aus dem gelegentlich einer durch gravitative Wechselwirkung ins innere Sonnensystem gelenkt wird, wo er sich dann als Komet bemerkbar macht.

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  • Quellen

Althaus, T.: Rosetta – in den Schluchten des Kometen. In: Sterne und Weltraum 3/2015, S. 26 – 32

Bentley, M. S. et al.: Aggregate Dust Particles at Comet 67P/Churyumov-Gerasimenko. In: Nature 537, S. 73–75, 2016 Fray, N. et al.: High-Molecular-Weight Organic Matter in the Particles of Comet 67P/Chur­yu­mov-Gerasimenko. In: Nature 538, S. 72 – 74, 2016

Fulle, M. et al.: Comet 67P/Churyumov-Gerasimenko Preserved the Pebbles that Formed Planetesimals. In: Monthly Notices of the Royal Astronomical Society 462, S. 132 – 137, 2016

Hilchenbach, M. et al.: Comet 67P/Churyumov-Gerasimenko: Close-Up on Dust Particle Fragments. In: The Astrophysical Journal Letters 816:L32, 2016

Hornung, K. et al.: A First Assessment of the Strength of Cometary Particles Collected in-situ by the COSIMA Instrument Onboard ROSETTA. In: Planetary and Space Science 133, S. 63 – 75, 2016

Krüger, H.: Alles klar zur Landung. Das furiose Finale der europäischen Kometenmission Rosetta. In: Sterne und Weltraum 9/2016, S. 26 – 36

Langevin, Y. et al.: Typology of Dust Particles Collected by the COSIMA Mass Spectrometer in the Inner Coma of 67P/Churyumov Gerasimenko. In: Icarus 271, S. 76 – 97, 2016 Mannel, T. et al.: Fractal Cometary Dust – a Window into the Early Solar System. In: Monthly Notices of the Royal Astronomical Society 462, S. 304 – 311, 2016.