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Ichthyologie: Kaum Haie jenseits 3000 Meter Wassertiefe

Im Gegensatz zu Knochenfischen schwimmen in den Weltmeeren unterhalb von 3000 Meter Wassertiefe kaum mehr Haie oder Rochen, die zu den Knorpelfischen zählen. Die wahrscheinlichste Ursache für diese Verbreitungsgrenze ist Nahrungsmangel.

Wissenschaftler um Imants Priede von der Universität Aberdeen schließen dies aus den Ergebnissen einer einmonatigen Expedition entlang des Mittelatlantischen Rückens von Island bis zu den Azoren, während der sie Tiefseefangnetze und beköderte Angelhaken ausbrachten sowie ferngesteuerte Kameras in der Tiefe einsetzten. Diese Daten ergänzten sie außerdem noch mit global gesammelten Erkenntnissen und Messungen zum Lebensraum von 670 Knorpel- und knapp 9000 Knochenfischspezies.

Zusammengefasst zeigte sich, dass mehr als siebzig Prozent des Wasserkörpers der Weltmeere ohne Haie und Rochen waren. Der tiefste bestätigte Nachweis eines Hais lag bei 3700 Meter, was allerdings nur einen Einzelfall darstellte. Knochenfische sind dagegen bis in 9000 Meter Tiefe regelmäßig zu finden. Bis auf wenige Ausnahmen leben die meisten Haie und Rochen folglich vor allem in Oberflächennähe, was besonders für Plankton fressende oder räuberische Arten gilt. Nur sieben bekannte Knorpelfischvertreter tauchen überhaupt tiefer als 2500 Metern.

Als Hauptursache für dieses Verbreitungsmuster vermuten die Forscher den Mangel an adäquater, energiereicher Nahrung. Knorpelfische benötigen diese aber zur Ausbildung ihrer großen, ölreichen Leber, die wiederum ihrem Auftrieb im Wasser dient. Die wenigen bekannten Haie, die jenseits von 2000 Metern Tiefe vorkommen, sind daher auch Aasfresser, die an ergiebigen Walkadavern fressen.

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