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Paradiesische Wildgärten

Die Biologen Bruno P. Kremer und Klaus Richarz geben allen Naturliebhabern das Rüstzeug an die Hand, um einen ökologisch wertvollen Garten zu gestalten.

Mit Bruno P. Kremer möchte man wandern gehen und sich die Natur erklären lassen. Der Biologe ist eine Art Natur-Universalgelehrter, der mit beeindruckend vielen Publikationen und umfassendem naturkundlichem Fachwissen aufwarten kann. Kremer hat enorm viele Bücher geschrieben, etwa über Kulturlandschaften, über Gewässer, über die Eifel, über Mikroskopie und Laborarbeit, über Bäume und Sträucher, den Lebensraum Küste, Schmetterlinge und Bienen – um nur einige seiner Werke zu nennen. Man kommt kaum umhin, Kremer ein wenig zu beneiden: Wer sich ein so breit gestreutes Wissen erarbeitet hat, muss wohl mit einem ganz anderen Blick durch die Natur gehen. Liest man seinen neuen Band »Tiere in meinem Garten«, den er zusammen mit dem Biologen Klaus Richarz geschrieben hat, kann man ein Stück weit daran teilhaben und gleichzeitig den eigenen Garten naturnäher, ökologischer und interessanter gestalten.

Trockenmauern und Kleingewässer

Das Buch untergliedert sich in zwei etwa gleich lange Oberkapitel, die sich damit befassen, auf welche Weise man einen naturnahen Garten schaffen und gestalten kann und wie man darin gezielt Fürsorge für Wildtiere leistet. Das Werk ist weit mehr als ein profaner Gartenratgeber, indem es sehr sachkundig die ökologischen Hintergründe darlegt, die einen so gestalteten Garten wertvoll machen – mit Blick etwa auf Lebensräume in Gehölzen, Blumengärten, Trockenmauern oder Kleingewässern. Zudem gibt das Werk konkrete Tipps, welche Arten jeweils besonders empfehlenswert sind, welche Standortbedingungen sie benötigen oder auch, welche Arten oder Bearbeitungsformen besser vermieden werden sollten. So sind gefüllte Blüten, wie die vieler Rosen, zwar sehr schön anzusehen, aber für Bienen nur ein Bluff: in Sachen Nektar Fehlanzeige.

Vertrocknete Sonnenblumen kann man am Ende des Sommers klein schneiden, um dem Garten ein ordentliches Aussehen zu verpassen – womit man Insekten aber Nahrung und Winterquartier nimmt. Ein nach den Prinzipien des Buchs gestalteter Garten sieht um einiges »unordentlicher« aus als einer mit penibel auf drei Zentimeter gestutztem Zierrasen, ist aber ökologisch um einiges wertvoller und dürfte jenen Tieren einen Lebensraum bieten, die Kremer im zweiten Buchteil mit ihren spezifischen Standortansprüchen beschreibt. Vom inzwischen weithin bekannten Insektenhotel über Brutkästen für Fledermäuse bis zum Laubhaufen für Igel zeigt der Autor dabei, wie man tierischen Gästen den Besuch attraktiv machen kann.

Alle Teile des Werks sind übersichtlich und ansprechend gestaltet und mit schönen Naturaufnahmen und Tierfotos aufgelockert. Das macht das Buch insgesamt sehr lesenswert. Wer bisher noch keinen Garten hatte, möchte sich spätestens nach der Lektüre einen anschaffen – bis dahin kann man einige Tipps auf dem heimischen Balkon ausprobieren.

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