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Lesermeinungen - Spektrum der Wissenschaft - Seite 139

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Keimbahntherapie mit Fehlern

    07.08.2017, Michael Lange
    Super-Kommentar! Mit viel Stoff zum Nachdenken. Tatsächlich sind konkrete, kleine Reparaturen nach biologischem Vorbild nach dieser Arbeit in greifbarer Nähe, während das Designer-Baby mit Eigenschaften nach Wunsch nach wie vor in weiter Ferne ist. Gut so. Dennoch sehe ich das nicht ganz so optimistisch. Denn viele Formen von Missbrauch sind möglich, schließlich verläuft jeder Eingriff mit Crispr/Cas in Richtung "Normalität" - bestimmt von den gerade gültigen Normen. Das "falsche" Gen wird zerstört und durch das "richtige" ersetzt. Das kann sich auf schlimme Krankheiten beziehen, aber auch auf jede Abweichung. Da gebe ich den Ethikern recht. Die Grenze ist schwer zu ziehen, und die Entscheidung bei einer Keimbahntherapie ist endgültig, sogar für zukünftige Generationen. Das gilt übrigens auch für Crispr/Cas-Fehler, die noch unentdeckt sind.
  • @Jakob

    07.08.2017, Fabian Papp
    Ihre Argumente sind bei diesem Thema oft zu lesen: Wir haben das Gehirn nicht verstanden (teilweise falsch) und schon gar nicht das Bewusstsein (größtenteils richtig). Sie hängen einem gefährlichen Fehlschluss nach, der darauf beruht, dass Sie in der Vergangenheit leben. In einer Zeit, in der die Hardware zwar immer leistungsfähiger wurde, die Software aber meilenweit hinterher hing. Bis vor 5 Jahren mag das der aktuelle Stand gewesen sein, aber das ist jetzt nicht mehr so. Und zwar nur aus einem einzigen Grund: Weil wir das Gehirn tatsächöich erstaunlich gut verstanden haben. Die rasante Entwicklung der letzten Jahre im Bereich der künstlichen Intelligenz haben wir nur dem maschinellen Lernen zu verdanken, das sich gegenüber dem Programmieren als weit überlegen herausgestellt hat. Und alles basiert auf künstlichen, simulierten neuronalen Netzwerken, die zwar noch nicht annährend so komplex sind wie unser Gehirn, aber dennoch bereits jetzt immense Leistungen erbringen. KIs lernen zu verhandeln und dabei völlig unbeabsichtigt zu lügen und zu täuschen. KIs komponieren neue Musik auf Basis vorhandener Musik (Machen wir es anders?), sie schreiben Artikel. Oder sie lernen, Sprachen zu übersetzen – inzwischen schon verdammt gut. Roboter lernen mit solchen Netzwerken, sich in der realen Welt zu bewegen. Alles nur kleine Teile von dem, was einen Menschen ausmacht. Aber in der Summe? Fast jeden Tag gibt es neue Durchbrüche auf dem Gebiet; neue Ideen, die diese Netzwerke potenter und komplexer machen. Was das Bewusstsein angeht, haben Sie aber recht. Das ist allerdings mehr ein philosophisches Problem. Braucht man überhaupt ein Bewusstsein für Kreativität: Das ist die entscheidende Frage. Ich bin da sehr skeptisch.
  • Isolierte Betrachtung?!

    07.08.2017, Daniel Roga
    In dem Beitrag von Vince Ebert scheint mir ein wichtiger Aspekt zu fehlen: in der Umwelt - anders als im Labor - sind Lebewesen nicht nur einem "isolierten" Schadstoff ausgesetzt. Wie diese vielfältigen Schadstoffe in Lebewesen miteinander wechselwirken und sich ggf. in ihren Wirkungen verstärken, kann wahrscheinlich zur Zeit niemand wirklich sagen. Für mich ist es jedenfalls denkbar, dass einzelne Schadstoffe selbst bei "geringer Dosierung" schädlich wirken können wenn bereits andere Schadstoffe "mit an Bord sind".
  • @Jakob

    07.08.2017, Fabian Papp
    Es ist immer das Gleiche zu beobachten: Leute, die den technologischen Wandel und seine Folgen unterschätzen – insbesondere im Bereich der künstlichen Intelligenz – behaupten, das Gehirn sei ja immer noch ein Buch mit Sieben Siegeln. Falsch! Wir wissen noch nicht genau, was Bewusstsein ist, sehr wohl haben wir aber eine gute Vorstellung erlangt, wie das Gehirn Daten verarbeitet. Nur aufgrund dieser Kentnisse ist die gegenwärtige, rasante Entwicklung der KI erst möglich gewesen. Noch vor wenigen Jahren konnte man einhellig sagen: Die Rechner werden immer schneller, aber die Software wird kaum intelligenter. Jetzt ändert sich das, denn die Software wird immer weniger programmiert und lernt statt dessen jetzt selbst. Mit künstlichen neuronalen Netzwerken, Vorbild: Unser Gehirn. Solche KIs lernen in Experimenten sogar völlig unbeabsichtigt, zu lügen und zu täuschen, sie erschaffen neue Musik auf Basis von bestehender (Machen wir es anders?), Bilder, Texte. Roboter lernen, sich zu bewegen, wie ein Kleinkind. Die Bewegungen werden nicht mehr einprogrammiert. Ja, das alles ist noch nicht so weit entwickelt wie wir es sind. Aber bei der aktuellen Rate der Entwicklung darf man skeptisch sein, wie lange das so bleiben wird. Sie sollten sich schleunigst mit diesen Themen befassen, sonst werden Sie vom Wandel abgehängt. Derzeit gibt es fast jeden Tag neue Durchbrüche, es wird nicht weniger werden. Übrigens ist auch die Frage nach dem Bewusstsein in ihrer Beantwortung vorangekommen, auch wenn sie natürlich immer noch ein grundsätzliches philosophisches Problem darstellt. Ich empfehle Ihnen, ein paar TED-Talks zum Thema auf bekannten Videoplattformen zu schauen.
  • Analogrechner für Grundwasser

    07.08.2017, Karl Bednarik

    Hier ist ein Schaltplan eines Analogrechners für Grundwasser:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Analogrechner#Beispiel:_Zellul.C3.A4rer_Automat

  • 2,5KW PV Anlage

    07.08.2017, Peter Völpel
    Das möchte ich sehen wie eine 2,5KW PV Anlage ausreicht um ein durchschnittliches E-Auto mit einem Verbrauch von 15KWh/100km zu betreiben.
  • Man sollte den Nebel mal etwas zur Seite schieben...

    07.08.2017, Lothar Albrecht
    ...denn eine Reihe von Leuten wird nicht müde zu sagen: Die Zukunft fährt elektrisch. So wahr diese Aussage auch ist, so unwahr ist sie auch. Fakt ist: Die Technik von den Rädern (rückwärts betrachtet) bis zu der Stelle, an der die Energie eingespeist wird, wird elektrisch sein. An jedem einzelnen Rad (vermutlich) ein Elektromotor, dahinter ein paar Strippen und irgendwo im Vehikel eine Regelung und ein Stromgenerator sowie der Rest. Teile wie Schaltgetriebe, Differenzial, usw. fehlen ganz, sie sind überflüssig. Spannend wird es sein, in welcher Form die Energie zum Generator gebracht wird. Dabei spielen zunächst sicher herkömmliche Verbrennungsmotoren eine Rolle. Aber sie werden bestenfalls, genauso wie elektrische Akkumulatoren als Brückentechnologie fungieren. Im Idealfall werden wir in Zukunft über die Primärenergien Sonne, Wind, Wasser unser Gas quasi zur Laufzeit erzeugen. Der Vorteil: Die bestehenden Strukturen (auch die Tanke) bleiben weitgehend erhalten!
  • Funktioniert problemlos

    06.08.2017, Jochen Weiland
    Nachts ist der Strombedarf etwa 10 Stunden lang 40-50% niedriger als am Tag. Das sind etwa 250 GWh, das reicht bei 5-10 kWh Bedarf pro Auto und Tag also für 25 bis 50 Mio. Fahrzeuge.
    Die Kapazität für die Stromerzeugung ist also vorhanden.
  • Ersatzstrom

    06.08.2017, Dieter
    netter Artikel, welcher genau das wiederspiegelt, worüber ich mir so meine Gedanken mache - und was gerne in der Öffentlichkeit verschwiegen wird.
    Das wir Menschen etwas machen müssen, ist klar - aber warum setzt man beim Wasserstoff an und entwickelt dort gezielt weiter?
    Wasserstoff:
    - Ein Medium das man transportieren und tanken kann
    - was bei der Verbrennung NULL Schadgase freisetzt
    - wird uä. aus Wasser erzeugt, was reichlich vorhanden ist, auf diesem Planeten
    - kann in Motoren eingesetzt werden, die wir seit (huch) fast 150 Jahren kennen (Ottomotor)

    Das beste wäre ein Wasserstoff-Elektrohybrid (aber auf mich hört ja wieder keine ;-)

    kriege ich später mal ein E-Auto, fährt mein Notstromaggreagt im Kofferraum immer mit.
  • was soll das?

    06.08.2017, Ronald Schmidt
    "Wissenschaftskabarettisten " sollten ihren Beitrag auch so kennzeichnen das man nicht auf den Witz-Faktor herreinfällt. Wenn der Autor sich ernsthaft mit dem Thema beschäftigt hätte, dann währe er zu anderen Schlussfolgerungen gekommen. Es ist gar nicht möglich das der gesamte Kraftverkehr auf E-Autos umgestellt wird. Elektro Mobilität wird eine Facette von Vielen sein die in Zukunft den Verkehr verändern. In erster Linie wird wohl eher der Bereich abgedeckt werden der nicht so Kilometer intensiv ist. Die Reichweite der Batterie ist halt noch nicht in der Lage auch Fernverkehr oder im PKW-Bereich die Vielfahrer abzudecken. Also bitte erst richtig erkundigen und dann schreiben!
  • Wo endet Esfelds "Realismusgebot"?

    06.08.2017, Stephan Schleim
    Ich freue mich, dass Sie das Thema “Wahrheit” und damit eine Kernfrage der Philosophie als Titelthema für Ihre neue Ausgabe gewählt haben.

    Ich finde Herrn Esfelds Argumente überzeugend – aber auch nur für den Bereich der Elementarphysik. Mir ist nicht klar, wo sein “Realismusgebot” aufhört. Schließlich ist die Grenzziehung zwischen Natur- und Geistes-/Sozialwissenschaften selbst ein Konstrukt des Menschen.

    Wie weit können wir etwa in der Biologie den Menschen als Naturwesen beschreiben – und wann nur noch als Kulturwesen, weil uns schlicht die Kategorien fehlen? Was ist mit der Psychologie? Was ist mit den Lebenswissenschaften, in denen sich Taxonomien, also Beschreibungsformen der wissenschaftlich untersuchten Phänomene, häufig ändern und die Beschreibung das Beschriebene beeinflusst? Wie können wir Theorien, die solche Phänomene beschreiben, als “wahr” ansehen, wenn sie vielleicht in zwanzig Jahren schon wieder überholt sind?

    Herr Esfeld endet selbst mit den Beispielen “Wille” und “Geist”. Sind das echte Dinge oder Beschreibungsformen, um Verhalten zu verstehen? Hier scheint mir Esfelds Realismus keinesfalls mehr so zwingend wie bei Elementarteilchen.
    Stellungnahme der Redaktion

    Mein Realismus bezieht sich auf alle konkreten Dinge. Natürlich existieren Lebewesen (natürliche Arten), Wille und Geist ebenso wie Elementarteilchen. – Michael Esfeld

  • Keine Todeszone!

    06.08.2017, adama
    Offensichtlich wird der Mangel an Sauerstoff von zuviel Leben verursacht, dass den Sauerstoff verbraucht. Unerwünchtes Leben, weil es die Menschen nicht gebrauchen können? Eine Geschmacksfrage?
    Die Natur wird darauf reagieren und es werden Lebewesen einwandern, die sich von diesen Sauerstoffverbrauchern ernähren. Eine neuer Biokreislauf wird entstehen und in 100 Jahren werden Naturschützer dieses neue Gleichgewicht schützen wollen und den Erhalt der Fleischindustrie fordern. Lustig, wenn ich mir vorstelle, dass die Menschen dann Vegetarier sein könnten.
  • Der schnellste Wirbel des Universums (von Manon Bischoff)

    06.08.2017, Rainer L.M. Klopp
    Ich stehe immer noch unter dem langjährigen Eindruck, daß die Gravitation die bisher am wenigsten verstandene der vermeintlich vier vorhandenen Grundkräfte ist, da wir wohl bis heute nicht genau wissen, wie deren Wechselwirkung auf atomarer und/oder subatomarer Ebene funktioniert
  • Wie wäre es...

    06.08.2017, Don Caron
    Wie wäre es mit jedem E Auto eine Solaranlage fürs Dach (oder anderswo) zu verkaufen (so viel teurer würde das nicht)?
    So einfach Benzingewicht mit Akku zu vergleichen geht gar nicht, Berücksichtigt werden müsste auch das ein E-Motor leichter sein wird, da ja das Getriebe nicht nötig ist.
    DIe meisten Fahrten finden zudem Im Bereich statt wo ein E-Auto mehrere Tage ohne Aufladen fahren könnte, für den Urlaub leiht mensch sich halt was mit Verbrennungsmotor, ebenso brauchen so was Leute die beruflich lange Strecken fahren müssen. WIeviele Prozent mögen das sein?
    Natürlich geht es auch nicht einfach den E-Motor in ein herkömmliches Auto mit Verbrenner einzubauen, E-Autos müßten schon als E-Auto konstruiert werden.
  • Zur Wahrheit des Realismus

    06.08.2017, Karl Hostettler
    Für mich ist Realismus nicht einfach eine wissenschaftliche Weltanschauung. Er ist eine Erkenntnis. Es gibt eine Welt, die besteht, ohne dass sie beobachtet wird. Und ihre Eigenschaften sind – jedenfalls oft – so, wie sie selbst es will. Vielleicht macht sich ein Wesen mit anderen Sinnen ein ganz anderes Bild von unserer Welt. Wenn aber dieses andere Wesen an einer Veranstaltung teilnehmen will, die zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort stattfindet, braucht auch dieses Wesen eine ganz bestimmte Information. Sie muss mit der unseren übereinstimmen. Denken wir daran: Wir konstruieren nicht eine Welt, wir konstruieren ein Weltbild. Unser Weltbild mag sich vom Weltbild eines anderen Wesens unterscheiden. Information, soweit sie verlässlich ist, muss sich aber decken.
    Uns als Lebewesen hat die Natur im Rahmen der Evolution mit den nötigen Fähigkeiten ausgestattet, um die Welt um uns zu erkennen. Worin bestehen sie genau? Ich überlasse es gerne den Allgemeinen Psychologen, auf diese Frage eine Antwort zu finden.
    Stellungnahme der Redaktion

    Danke für diese Ausführungen. Ich stimme Ihnen voll zu. – Michael Esfeld