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Fake News: Immun gegen Verschwörungsmythen

Verschwörungserzählungen nutzen geschickt menschliche Bedürfnisse und Ängste aus. Wer ihren universellen Code erkennt, kann sich und andere besser vor Falschinformationen schützen.

Es ist Ende August 2020, und vor dem Brandenburger Tor im Herzen Berlins herrscht strahlender Sonnenschein. »Alle, die heute hier gewesen sind, können stolz sagen: Ich bin ein Berliner!«, ruft der äl­tere Herr im blauen Hemd staatstragend von der Bühne in Richtung einer fast 40 000 Teilnehmer zählenden ­Demonstration der verschwörungsideologischen Querdenken-Gruppierung. Die Menge bricht daraufhin in lauten Jubel aus.

Der Redner ist kein Geringerer als Robert F. Kennedy jr., Neffe des ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy. Der 67-Jährige vertritt nicht nur längst widerlegte Thesen zum Thema Impfungen, sondern verbreitet auch sehr drastische Verschwörungs­erzählungen – darunter die Behauptung, es gebe einen Plan, die Bevölkerung durch einen elektronischen Chip zu kontrollieren. 2016 gründete Robert F. Kennedy jr. die Organisation Children’s Health Defense (ehemals World Mercury Project), welche für eine große Zahl von Anti-Impf-Werbeanzeigen auf Facebook verantwortlich war.

Das US-Magazin »Politico« veröffentlichte 2019 ­einen offenen Brief, in dem sich seine Schwester, sein Bruder und seine Nichte von derartigen Positionen klar distanzieren. Darin heißt es: »Er hat dabei geholfen, gefährliche Falschinformationen über soziale Medien zu verbreiten, und trägt eine Mitschuld daran, dass Misstrauen gegenüber der Wissenschaft hinter Impfstoffen gesät wird.« Dies sei ihrer Ansicht nach besonders tragisch vor dem Hintergrund, dass US-Präsident John F. Kennedy zu Lebzeiten selbst ein starker Befürworter von Impfungen war und 1961 eine große Kampagne zur Bekämpfung von Kinderlähmung ausgerufen hatte.

Bei diesem Beitrag handelt es sich um einen leicht bearbeiteten Auszug aus dem neuen, im Quadriga-Verlag erschienenen Buch »True Facts: Was gegen Verschwörungserzählungen wirklich hilft« von Katharina Nocun und Pia Lamberty.

Nicht jeder, der Impfungen ablehnt, glaubt an Verschwörungserzählungen. Wer Angst vor Nebenwirkungen hat oder das Risiko einer Erkrankung als gering ­ansieht, wird vermutlich nicht zur Impfung greifen. Manchmal sind es auch ganz triviale Gründe, die dafür sorgen, dass Menschen sich nicht impfen lassen, wie etwa Alltagsstress, oder aber die nächste Arztpraxis ist weit entfernt, und Termine sind schwer zu bekommen. Dennoch spielten Verschwörungsmythen bei diesem Thema schon seit dem Aufkommen von Impfungen eine große Rolle ...

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